Nachhaltigkeit im Risikomanagement
August 8, 2025

Biodiversität: Das unterschätzte Risiko für Finanzinstitute

By 
Emma Roach
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Warum Biodiversität das neue Klimarisiko für Finanzinstitute ist

Wir stehen an einem Wendepunkt. Neben den inzwischen etablierten Klimarisiken gewinnt ein weiterer, bisher unterschätzter Risikofaktor zunehmend an Bedeutung: der Verlust der biologischen Vielfalt. Das Weltwirtschaftsforum stuft in seinem globalen Risikoreport den Verlust der Biodiversität bereits als eines der größten globalen Risiken für das kommende Jahrzehnt ein. Doch warum betrifft dies insbesondere Finanzinstitute und warum wird Biodiversität zum neuen Klimarisiko?

Physische und transitorische Biodiversitätsrisiken

Genau wie beim Klimawandel unterscheiden wir bei Biodiversitätsrisiken zwischen physischen und transitorischen Risiken:

  • Physische Risiken: Diese entstehen direkt durch den Verlust natürlicher Ressourcen und Ökosystemleistungen. Eine reduzierte Artenvielfalt beeinträchtigt essentielle Ökosystemleistungen wie Bestäubung, Wasserreinigung oder Klimaregulation. Beispielsweise erhöhen sich durch verringerte Biodiversität die Risiken extremer Wetterereignisse wie Dürren, Fluten oder Waldbrände. Diese Ereignisse haben erhebliche Auswirkungen auf Branchen wie Landwirtschaft oder Pharmaindustrie, was wiederum zu Produktionsausfällen und steigenden Kreditrisiken führt.
  • Transitorische Risiken: Sie resultieren aus der Umstellung auf eine nachhaltigere, biodiversitätsfreundliche Wirtschaft. Gesetzliche Vorgaben wie die CSRD, EU-Taxonomie und der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)-Standard erhöhen die Transparenz, was insbesondere für Finanzinstitute relevant ist, die in Unternehmen mit hohem Biodiversitäts-Fußabdruck investieren.
Die Verflechtung von Klima und Biodiversität

Diese Risiken treten selten isoliert auf. Der sogenannte Klima-Biodiversitäts-Nexus zeigt, dass beide Krisen sich gegenseitig verstärken. So beeinträchtigt beispielsweise der Klimawandel die Artenvielfalt, während der Verlust der biologischen Vielfalt wiederum den Klimawandelbeschleunigt. Korallenriffe etwa, wichtige Kohlenstoffsenken, sterben aufgrund steigender Temperaturen und Meeresversauerung ab, was die globale Erwärmung weiter antreibt.

Warum das Risiko jetzt angegangen werden muss

Anders als Klimarisiken sind Biodiversitätsrisiken komplexer zu quantifizieren, da keine einheitlichen Kennzahlen existieren wie etwa CO₂-Emissionen. Dennoch dürfen diese Risiken nicht unterschätzt werden. Lauteiner Weltbank-Studie könnten Biodiversitätsverluste der Weltwirtschaft bis 2030 jährlich Kosten von 2,7 Billionen US-Dollar verursachen.

Um langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, müssen Finanzinstitute jetzt handeln. Das bedeutet konkret:

  • Frühzeitige Erkennung und Management von Biodiversitätsrisiken
  • Integration dieser Risiken in bestehende Risikomanagementprozesse
  • Nutzung von Tools und Standards zur transparenten und nachvollziehbaren Bewertung der Risiken
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